Ingrid Scholl & Nicolas Kauffmann ( https://ingrids.design )
Veranstaltungsort:
Rifugio Fiorasca
Beschreibung
Das Malen
Der Schwerpunkt dieses Retreats liegt in der Geometrie, verlangt aber keine mathematischen Ambitionen, da wir uns zeichnerisch und spielerisch den verschiedene Grundformen nähern: Quadrat, Fünfeck, Sechseck – und einer ganzen Menge daraus ableitbarer Ornamente. Diese sind auch die Basis für orientalische Kunst, der wir uns bei Interesse nähern können. Aber das Highlight des Retreats ist diesmal im Westen gelegen: ein Bodenmosaik der Basilika San Marco in Venedig, eine 32-strahlige spiralförmige Rosette. Ein Angebot, kein Muss.
Warum wir das machen? Weil das Arbeiten an der symmetrischen Struktur etwas öffnet, das größer ist als die Linien, die wir zeichnen. Wenn wir uns in die Symmetrie vertiefen, beruhigt sich der Lärm im Kopf, und ein stiller, klarer Raum entsteht. Die Geometrie führt uns Schritt für Schritt in eine Form von innerer Sammlung. Der Verstand begleitet uns – er darf Schnittpunkte bestimmen und Figuren unterscheiden, aber er muss nicht ständig führen. Sobald das Tun in seinen ganzheitlichen Rhythmus findet, entsteht ein Flow, der Herz, Verstand und Kreativität verbindet.
Diese Erfahrung begeistert uns. Und wir glauben, dass sie auch andere anstecken kann.
Es gibt fundierte Anleitung, viel Zeit, Möglichkeiten sich zurückzuziehen oder in der Gruppe am grossen Tisch zu bleiben (bei schönem Wetter draussen). Wir werden ausschliesslich mit erstklassigem Papier, Werkzeug, Stiften und Farben arbeiten, mit Bleistiften, Präzisionszirkeln, Metall-Linealen und hochwertigen Aquarell- und Gouachefarben.
Das Retreat ist für “Anfänger” geeignet, der Perfektionismus darf im Tal bleiben. Wenn etwas schiefgeht, ist genug Zeit für Wiederholung oder Variation, zudem haben wir mit Gouache gut deckende Farben, die vorherige Fehler verschwinden lassen.
Die Hütte
Die Selbstversorgerhütte Rifugio Fiorasca liegt in der Höhe am Bergwanderweg zwischen dem Val Bavona (Fontana) und dem Lavizzara (Broglio / Rima). Die Umgebung wirkt auf den ersten Blick etwas unwirklich bis eintönig: Geröllhalden, umgeben von steilen Felswänden, kein Bach, kein See. Aus der Nähe betrachtet gibt es jedoch zauberhafte Plätze, wo sich Zwerge und Feen tummeln: grosse Felsblöcke mit Lärche oben drauf oder daneben, Nischen, Höhlungen, und eben – knapp oberhalb der Baumgrenze – locker versteut hier und da ein Bäumchen.
Das Rifugio Fiorasca ist eine kleine Ansammlung von Rusticos im Besitz der SAV, ehemals eine Alp, die während der Saison allen Wanderern offensteht. Es gibt ein Küchenhäuschen mit Tisch und Bänken und ein Schlafhäuschen mit vielen Doppelstockbetten. Ein weiteres ist für die Veranstalter reserviert, mit einer voll ausgestatteten Küche, Holzofen, Tisch und Bänken, hier wird während des Retreats gekocht. Ein modernes Dusch- / Klo- / Waschhäuschen mit Warmwasser steht zur Verfügung.
Weitere Infos / Programm
Der Ablauf
Anreise:
Es gibt drei Varianten um zur Hütte Fiorasca zu kommen:
Die Wanderung von Fontana im Val Bavona (T3) zählt zu den spektaktulärsten Treppenwegen des Tessins, ist anstrengend, dauert lange und erfordert Kondition und Erfahrung (!!): man wandert über lange Strecken am senkrechten Abgrund entlang hinauf. Wer mit dem Postbus bereits um 6:23 oder 8:23 in Fontana ankommt, schafft es zwischen 12 und 14 Uhr an der Hütte zu sein.
Die Wanderung von Broglio / Rima via Alpe Brünesc (T3) ist demgegenüber “normal”, erfordert aber auch Kondition, Trittsicherheit und allgemeine Berggängigkeit. Wer mit dem Postbus um 6:41 oder 8:41 in Broglio (Haltestelle Paese) ankommt, hat es von dort sehr weit. Wer mit dem Auto kommt, kann durch eine ferngesteuerte Schranke weit über Rima hinaus rauf fahren und hat dann nur noch ca. 3-5 Std. zu laufen. Verabredung und gemeinsame Wanderung hinauf sind eine Option.
Für diejenigen, welche die Voraussetzungen für die o. g. Wanderungen nicht haben, besteht die Möglichkeit, für einen Aufpreis den Helikopter zu nutzen (der für’s Material sowieso fliegt). Bitte bei Anmeldung angeben.
Zeichnen / Malen:
Prinzipiell ist hier alles offen und anpassbar. Die folgenden Punkte sind als Vorschläge zu verstehen:
Wir beginnen Montag Nachmittag ca. 15 Uhr, damit die Wanderer gut ankommen, ausruhen und sich stärken können. Danach fangen wir an, zeigen euch das Material, Werkzeuge und Farben und beginnen – in aller Ruhe – mit einfachen Strukturen mit Zirkel und Lineal.
Am Dienstag üben wir die Standardformen für Ornamente auf der Basis des Quadrats, des Fünfecks und des Sechsecks (und das alles ohne Geodreieck – stell dir vor!).
Wollen wir die Mosaik-Rosette von San Marco zeichnen? Wir sind vorbereitet und bereit!
Der Mittwoch ist der Vervollständigung gewidmet. So könnte das – was auch immer fertiggestellt wurde – mit Farben zum Leben erweckt werden und/oder mit einem dekorativen Hintergrund versehen werden.
Der Donnerstag bleibt für Brunch, Übriggebliebenes und ist Abreisetag.
Wer will, nimmt sich Zeit und Raum für kleine unanstrengende Wanderungen in die direkte Umgebung, zum Bsp. zur Bocchetta (wer nicht sowieso von dort gekommen ist).
Wer alleine, aber in Gesellschaft von Zwergen und Feen, meditieren, konstruieren oder malen will, findet seinen Felsblock (mit oder ohne Lärche) auf / neben / oder unter dem sich dies gut verwirklichen lässt. Malbretter für’s Arbeiten im Freien stehen zur Verfügung.
Mahlzeiten:
Wir (die Veranstalter) kümmern uns um die Mahlzeiten.
Wir kochen ausschliesslich vegetarisch und vegan.
Die Zeiten stimmen wir gemeinsam mit euch ab.
Am Anreisetag, Montag, stehen natürlich Begrüssungssnacks zur Verfügung und es gibt ein reichhaltiges Abendessen.
Am Abreisetag, Donnerstag, ist die letzte Mahlzeit das Frühstück bzw. Brunch.
Der Hütte entsprechend ist das Essen einfach.
Kursleiter*in
Über mich und uns
Hallo! Ich bin Ingrid und lebe seit 5 Jahren mit meinem Mann Nicolas im Tessin. Die Kunst begleitet mich ein Leben lang. Ich habe über lange Zeit Kurse an verschiedenen Akademien besucht, unter anderem – falls das jemanden interessiert – lange bei Georg Fenkl und kürzer bei Friedrich Hechelmann und Quint Buchholz. Meine geometrische “Taufe” habe ich von Stephanie Ellis erhalten.
Wenn man mich fragt, warum ich male und zeichne, ist die Antwort: Um Ruhe und Stille zu finden, das Malen erfüllt mich mit einer tiefen Zufriedenheit.
Nicolas hat seit seiner Jugend Freude an gewissen Nischen der Mathematik, wie dem Pascal-Dreieck (und dem damit darstellbaren Sierpinski-Dreieck) und den platonischen Körpern (von denen er welche aus Glas gebaut hat). Da kam ihm die geometrische Neigung von Ingrid gerade recht!
Gemeinsam wollen wir nun etwas von unserer Begeisterung weitergeben: Nicolas eher mehr als Strukturierer, Ingrid eher mehr als die Ausschmückerin und Ornamentmalerin.
Seit einiger Zeit malen und gestalten wir im Locarnese im Freundeskreis. Dieses gemeinsame Erleben – Reden, Lachen, kreatives Schaffen – bringt so viel Freude, dass wir diese Erfahrung nun einem grösseren Kreis zugänglich machen möchten (was Ingrid durchaus auch etwas Mut kostet 🙂
Auf Ingrids Webseite findet ihr übrigens weitere Termine für Mal-Retreats – auch im Tal, also gut zu erreichen.
Das Malretreat kostet CHF 450. Darin inkludiert sind
Alles was zum Malen nötig ist (Papier, Farben, Werkzeuge — nicht verbrauchtes Material und alle Werkzeuge verbleiben im Besitz des Veranstalters),
Hüttenaufenthalt mit Mahlzeiten, Snacks, Quellwasser, Tee und Kaffee.
Andere Getränke (Softdrinks, Bier, Wein, nur flaschenweise) kosten gemäss Hüttenpreisliste.
Optional: Helikopter:
An- und Abreise mit dem Helikopter kostet zusätzlich CHF 100.
Für Details nehmt bitte mit uns Kontakt auf. Der Heli-Landeplatz befindet sich im Val Bavona (Postbus-Haltestelle: Sabbione (Bavona)).
Reservierung / Stornierung:
Anmeldeschluss ist Montag 13. Juli 26, maximale Teilnehmerzahl = 8 .
Ein Platz auf dem Malretreat ist mit einer Anzahlung von CHF 200 reserviert. Der Rest ist vor Beginn der Aktivität fällig. Für das Datum der Zahlung ist der Eingang auf dem Konto der SAV ausschlaggebend.
Bei Stornierung mehr als 1 Woche vorher (bis zum 12. Juli 24:00 Uhr) und bei Schlechtwetter (Prognose am 18. Juli) wird der gesamte bereits bezahlte Betrag zurück erstattet.
Bei Stornierung von 1 Woche vorher und weniger werden CHF 50 Bearbeitungs- und Ausfallgebühr einbehalten, der Rest wird zurück bezahlt. Falls das Malretreat wegen Schlechtwetter ausfällt, werden auch diese einbehaltenen Beträge zurück erstattet.
Falls das Malretreat wegen Schlechtwetter auf der Fiorasca ausfallen muss (Wege gefährlich, Heli fliegt nicht), bieten wir eine Alternative im Tal, in Bignasco an. Wer das nicht will erhält bereits bezahlte Beträge komplett zurück erstattet.
Mitzubringen:
Für die Hütte: Hüttenschlafsack, Taschenlampe, Handtuch
Für das Malen: nichts. Alle nötigen Materialien, Werkzeuge und Farben werden gestellt.
Für das Hochgebirge: angepasste Kleidung (warm, Regenschutz) und vor allem feste Wanderschuhe.
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