Wir nehmen Kurs: Bärlauch sammeln – der bärenstarke Alleskönner

Bärlauch sammeln in Kräuterkursen und Kräuterwanderungen
Bärlauch sammeln auf Kräuterwanderungen bei Kurs-Natur.ch

Inhalt:

Es ist wieder Bärlauch-Zeit!

Schmackhaftes Bärlauch-Pesto, Bärlauch-Risotto, Bärlauch-Spätzli, Bärlauch-Suppe … Das starke und aromatische Wildkraut kommt direkt aus dem Wald, landet frisch im Teller und schmeckt wunderbar. 

Für viele Naturliebhaber und Kräutersammler ist es eine der ersten Pflanze, die im Frühjahr gesammelt wird. Kein Wunder, denn die feinen Bärlauchblätter sind bärenstarke Vitaminlieferanten.

Bärlauch sammeln oder an einer Kräuterexkursion teilnehmen hat gleich eine mehrfach heilende Wirkung. Erstens sind die Inhaltsstoffe des Bärlauchs gesund und zweites ist die gemeinsam verbrachte Zeit als Familie, mit Freunden oder auf einer Kräuterwanderung unbezahlbar und…gesund ;-). 

Draussen sein, die Natur spüren, die Gegend erkundigen. So schmecken gesammelte Wildkräuter doppelt gut.

Aber woher hat der Bärlauch seinen Namen? Auf was muss ich beim Sammeln achten? Das und viele weitere Informationen und Tipps um den Bärlauch gibt es in diesem Wildkräuter – Heil- und Wildpflanzen Beitrag oder in Wildkräuterkursen auf Kräuterwanderungen bei www.kurs-natur.ch

Die Bärlauch-Saison findet statt. Jetzt.

Der Bärlauch, der auch unter dem Namen Waldknoblauch bekannt ist, hat es gerne schattig und feucht. Das ist auch der Grund, weshalb man die Pflanze oft in Wäldern und am Waldrand aber auch an Böschungen von Bächen und Flussläufen vorfindet.

Fühlt sich die Pflanze an einem Ort einmal wohl, kann sie sich sehr schnell ausbreiten und ganze Flächen in Beschlag nehmen. 

Doch das gelingt ihr nur so lange der Wald noch kein dichtes Blätterdach hat. Sobald das nötige Sonnenlicht wegbleibt, fehlt ihr die Energie für das Wachstum und die Pflanze zieht ihre Säfte in die Zwiebel zurück, um im kommenden Jahr wieder von Neuem zu erscheinen und uns zu beglücken.

Bärlauchsaison findet jetzt statt
Die Wildpflanze Bärlauch am besten ganz frisch zubereiten

Hat der Bärlauch etwas mit dem Bären zu tun?

Ja, das darf man wohl sagen. 

Einerseits deutet der lateinische Namen Allium ursinum (Bärenknoblauch) auf den Bären hin, andererseits soll der Bärlauch das erste Wildkraut sein, dass der Bär nach seiner Winterruhe isst. 

Die vielen Inhaltsstoffe des Bärlauchs regen den Stoffwechsel an, fördern die Durchblutung, wirken entgiftend und reinigend. Genau das richtige nach einem langen Bären-Winterschlaf.

Andere Meinungen gehen davon aus, dass die Stärke und Heilkraft des Bärlauchs Schuld am Namen seien. Gilt doch der Bär als Symbol für Kraft und Stärke. Es gibt auch andere besonders kräftige und heilsame Pflanzen, die das Wort Bär beinhalten wie der Bärlapp, Bärwurz oder das Bärenkraut.

Bärlauch wächst am Waldrand oder in feuchten Orten
Wenns dem Bärlauch gefällt, breitet er sich aus wie ein Teppich.

Bärlauch richtig sammeln

Obwohl der Bärlauch meist in rauen Mengen vorkommt, sollte der Bestand nicht unnötig gefährdet werden. Deshalb gilt auch hier die Regel: Nur immer so viel Bärlauch ernten wie du brauchst und so, dass der Bestand gesichert bleibt.

Damit es nicht zu Verwechslungen mit den Herbstzeitlosen oder dem Maiglöckchen kommt, empfiehlt es sich die Blätter einzeln und schonend zu entfernen. 

Am besten frisch!

Um die volle Wirkung des Superfoods nutzen zu können, ist es sinnvoll, den Bärlauch frisch und nicht gekocht zu essen. Beim Sammeln die Blätter in ein feuchtes Tuch legen oder in einem Plastiksack mit ein paar Tropfen Wasser. 

Achtung Verwechslungsgefahr!

Kennst du den Bärlauch einmal, fällt es dir nicht mehr schwer ihn von ähnlichen, giftigen «Doppelgänger»-Pflanzen zu unterscheiden. Für Jung-Sammler*innen von Wildkräutern und Bärlauch ist jedoch höchste Vorsicht geboten.

Besonders das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose ähneln dem Bärlauch sehr. Gerade bei den jungen Blättern sind Verwechslungen schnell passiert. Mit fatalen Folgen, da schwere Vergiftungen bis zum Tod führen können.

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Zur Unterscheidung

Der wichtigste Unterschied zwischen Bärlauch und anderen Wildpflanzen ist der starke und intensive Knoblauchgeruch.

Sobald du ein Blatt zwischen deinen Fingern zerreibst, strömt dieser intensive und starke Duft in die Nase. Passiert dies nicht, handelt es sich nicht um Bärlauch und dann solltest du die Finger davonlassen. 

Das Problem ist aber, dass nach dem Zerreiben eines Bärlauchs, die Finger noch lange nach Knoblauch riechen – auch beim Verreiben von anderen Pflanzen. Deshalb ist diese Methode nur bedingt geeignet.

Besser ist das genaue Betrachten der Blätter. 

Die Blätter des Bärlauchs sind auf der Oberseite glänzend und die Unterseite ist matt. Auch erkennt man auf der Blattunterseite eine stark ausgeprägte Mittelrippe. Und es wachsen zwei Blätter einzeln pro Pflanze aus dem Boden.

Im Unterschied haben sowohl die Herbstzeitlose als auch das Maiglöckchen glänzende Ober- und Unterseiten. Mehrere Blätter umfassen den Stängel und sie sind geruchslos.

Die Herbstzeitlose wächst bevorzugt auf Wiesen und der Bärlauch in schattigen und feuchten Laubwäldern. Maiglöckchen und Bärlauch können am selben Ort wachsen, deshalb ist hier eine umsichtige Herangehensweise sehr wichtig.

Genaues Unterscheiden zwischen Bärlauch, Herbstzeitlose und Maiglöckchen ist wichtig.
Achtung! Verwechslungsgefahr! © Toxikologisches Zentrum
Bärlauch
Maiglöckchen
Herbstzeitlose
Duft
Starker Knoblauchduft
Geruchslos
Geruchslos
Blattunterseite
Matt mit ausgeprägter Mittelrippe
Glänzend
Glänzend
Wuchsform
Immer nur ein Blatt pro Stiel
Mindestens zwei Blätter pro Stiel
Mehrere Blätter, kein Stiel
Blätter
Weiche Blätter
Steifere Blätter
Steifere Blätter
Blüte
Weiss in Dolde, wachsen zuerst als Knospe
Mehrere kleine vom Blütenstiel hängende
Violett, blüht im Herbst

Bärlauchsaison

So schnell wieder Bärlauch kommt, ist die Saison auch wieder vorbei. Ab Ende Februar/März bis April ist Bärlauchzeit, und nachher scheint die Saison vorbei zu sein. 

Doch das Gute ist, dass man Bärlauch auch haltbar machen und somit während des ganzen Jahres davon verzehren kann. Dabei empfiehlt es sich die Blätter der Wildpflanze in ein Pesto zu verarbeiten und einzufrieren. Ganze Blätter können nach gründlichem Waschen und trocknen ebenfalls luftdicht verpackt und eingefroren werden.

Weitere Aufbewahrungsmöglichkeiten sind Einlegen in Öl und Essig. Es ist jedoch wenig sinnvoll den Bärlauch zu trocknen, da der Geschmack und die Inhaltsstoffe dabei verloren gehen.

Lust auf einen Kräuterkurs?

Auf Kurs-Natur.ch gibt es zahlreiche Kräuterkurse zu entdecken.

Bärlauch als Heilmittel

Bärlauch ist vielen nur als Gewürzkraut ein Begriff. Doch die intensive Wildpflanze findet auch als Heilmittel zahlreiche Anwendungen. Das Immunsystem wird durch den hohen Gehalt an Vitamin C und Eisen gestärkt und sie hilft bei Erkältungen und Husten. Bei Verdauungsstörungen und als Entgiftungskuren hat bereits Hildegard von Binningen im 
12. Jahrhundert Bärlauch empfohlen.

Bärlauch-Rezepte für den Gourmet

Bärlauchpesto - frisch geniessen

Bärlauch-Pesto

Zutaten:

100 g Bärlauch

80 g Pinienkernen oder Mandelsplitter

50 g Parmesan oder anderer Käse

100 ml Olivenöl

Salz, Pfeffer

1 -2 EL Zitronensaft

Zubereitung:

Jedes Bärlauchblatt einzel gründlich waschen und trocknen. Durch das Waschen vermeidet man den Fuchsbandwurm. 

Bärlauch klein schneiden und gemeinsam mit dem Olivenöl, Parmesan und den Pinienkernen pürieren. 

Salz, Pfeffer und Zitronensaft unterrühren und nochmals gut mixen bis eine Paste entsteht.

Pestomasse in abgekochte und saubere Gläser abfüllen.

Am Schluss das Pesto mit Olivenöl bedecken, damit es länger haltbar bleibt. 

Bärlauchpesto ist so für mehrere Monate haltbar.

 

Das Pesto passt zu Pasta, Gnocchi, Spätzli, Gemüse oder als Brotaufstrich.

Tipp: Wer das Pesto einfrieren will, lässt den Käse weg.

Wildkräuter sammeln und Bärlauchbutter herstellen

Bärlauchbutter

Zutaten:

200 g Butter

100 g Bärlauch

(1 TL Senf)

(½ TL Currypulver)

2 EL Zitronensaft

Salz & Pfeffer

Zubereitung

Jedes Bärlauchblatt einzel gründlich waschen und trocknen. Durch das Waschen vermeidet man den Fuchsbandwurm. 

Bärlauch klein schneiden und gemeinsam mit der weichen Butter gut vermischen.

Senf, Currypulver und Zitronensaft beifügen und gut miteinander mischen.

Füge nach Belieben Salz und Pfeffer bei und rühre die Masse um.

Die Butter in Förmchen abfüllen.

Die Butter kann im Gefrierschrank gefroren werden oder im Kühlschrank streichfertig gekühlt werden.

Bärlauchbutter ist wunderfein als Brotaufstrich, zu Kartoffeln oder auch zu Fleisch.

Frisch aus der Wilkräuterküche eine feine Bärlauchsuppe

Bärlauchsuppe

Zutaten:

100 g Bärlauch

500 g Kartoffeln

1 l Bouillon

1 Zwiebel

1 dl Rahm

Salz und Pfeffer

2 EL Butter

Zubereitung:

Jedes Bärlauchblatt einzel gründlich waschen und trocknen. Durch das Waschen vermeidet man den Fuchsbandwurm. 

Die Zwiebel schälen und schneiden. 

Kartoffeln schneiden und in Stücke schneiden.

Zwiebel anbraten, mit der Bouillon ablöschen und Kartoffeln sowie Bärlauch beifügen.

Kochen bis die Kartoffeln weich sind.

Suppe abschmecken und mit dem Pürierstab mixen. 

Rahm beifügen und servieren.

Bärlauchöl

Zutaten:

100 g frische Bärlauchblätter

500 g Olivenöl

Schraubglas

Zubereitung:

Jedes Bärlauchblatt einzel gründlich waschen und trocknen. Durch das Waschen vermeidet man den Fuchsbandwurm. 

Blätter grob schneiden und in das ausgekochte Schraubglas füllen.

Olivenöl einfüllen, so dass alle Blätter bedeckt sind.

Etwa zwei Wochen in einem dunklen Ort ziehen lassen. Evtl. ab und zu kehren.

Nach zwei Wochen durch ein Sieb filtern und in eine z.B. Ölflasche füllen.

Weitere Ideen zum Kochen mit Bärlauch:

Bärlauchrisotto, Bärlauch-Essig, Bärlauch-Lasagne, Bärlauchspätzli, Bärlauchsalz, Bärlauchbrot

En guätä und viel Freude an der Wildpflanze Bärlauch.

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